Bell UH-1 Huey Hog (1:48 von Revell)

Der Bell UH-1 Iroquois, allgemein auch als "Huey" bekannt, ist einer der am verbreitetest genutzten und berühmtesten Helikopter aller Zeiten und wird wohl für immer mit seiner enormen Einsatzvielfalt im Vietnamkrieg der 1960er Jahre assoziiert werden. Im Koreakrieg in den frühen 1950er Jahren konnten Hubschrauber in militärischer Nutzung in Missionen wie dem Aufspüren von Artillerie, leichten Transporten und der Evakuierung von Verletzten ihre Einsatzfähigkeit beweisen. Aufgrund der in Korea gemachten Erfahrungen erprobte die US Army im Jahr 1956 bewaffnete Hubschrauber und legte damit den Grundstock für die weitere Entwicklung in dieser Richtung. Zu dieser Zeit war die Firma Bell Aircraft gerade dabei, einen neuen turbinengetriebenen Mehrzweckhelikopter zu entwickeln, das Modell 204 (militärische Bezeichnung: XH-40). Das erste Exemplar dieses Typs absolvierte seinen Erstflug am 22. Oktober 1956. Es folgten zwei weitere Maschinen des Typs XH-40, dann sechs Maschinen des Typs YH-40 und schließlich sechs Vorproduktionsmaschinen des Typs HU-1 im Jahr 1959, in dem ein erstes Los von 173 Stück der Version HU-1A geordert wurde. Der Nachfolger dieser Version war der verbesserte Typ HU-1B, der 1960 zum ersten Mal abhob. Viele Maschinen des Typs A wurden als Trainingshelikopter genutzt, aber 1962 wurden erste HU-1A zum Einsatz nach Süd-Vietnam geschickt, wo sie für Ambulanzflüge und als Mehrzweckhubschrauber eingesetzt wurden. Im gleichen Jahr erfolgte eine generelle Änderung der Bezeichnungen der von der US Army eingesetzten Typen und der Huey erhielt so die neue Bezeichnung UH-1. Im September 1962 wurden die ersten bewaffneten Exemplare des Typs UH-1A an die UTTHC (Utility Tactical Transport Helicopter Company) in Süd-Vietnam überstellt, wo sie unter Einsatzbedingungen getestet werden sollten; ihre typische Bewaffnung bestand aus zwei 7,62mm (0,3 in.) gurtgefütterten Maschinengewehren des Typs M-2 Browning und 80mm-Raketen-Behältern, die allesamt an den Kufenhalterungen angebracht waren. Sie gaben Unterstützungsfeuer für unbewaffnete Helikopter sowie Bodentruppen und wurden so zu einem festen Bestandteil jeder taktischen Kampfeinheit. Mit der Einführung der Versionen UH-1B und -C wurde auch die Bewaffnung verstärkt und bestand dann typischerweise aus einem hydraulisch angetriebenen M-6 Vierfachbehälter für vier 7,62mm M-60 Maschinengewehre und schwererer Raketenbewaffnung wie z.B. M-200A-1-Behältern. Weitere Alternativen umfassten Maschinengewehrbewaffnung im hinteren Kabinenteil und einen an der Nase angebrachten kugelförmigen Gefechtsturm mit einem Maschinengewehr oder einem 40mm M-5 Granatwerfer. Letztgenannter führte zu den Spitznamen "Thumper" und "Huey Hog". Das Zwischenmodell UH-1C war das bewaffnete Hauptmodell für die Army in der Phase bis zur Lieferung seines Nachfolgers, dem Bell AH-1 Hueycobra, der als erster Hubschraubertyp ausschließlich als Kampfhubschrauber ausgelegt war. Auch das US Marine Corps und die US Navy setzten große Stückzahlen an Hueys in Vietnam ein, wobei sie von allen drei Bereichen auch an vielen weiteren Kriegsschauplätzen genutzt wurden. Die Marine-Version UH-1E war im Grunde ein Typ B mit in weiten Teilen Aluminiumskelett und weiteren Verbesserungen. Die Royal Australian Air Force flog ebenfalls Hueys im Vietnamkrieg. Die Weiterentwicklung der verbesserten Versionen schritt rasch voran, und ab Mitte der 1960er Jahre wurden sowohl militärische als auch zivile Versionen weltweit verkauft, die in Lizenz auch von Agusta in Italien, Dornier in Deutschland und Herstellern in Japan und Taiwan gebaut wurden. Viele dieser Helikopter werden noch lange im Einsatz sein.
Triebwerk: eine 1.100 WPS starke Lycoming T5311 Wellenturbine, durch die eine Höchstgeschwindigkeit von 193 km/h (120 mph) auf Seehöhe erreicht wird.